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Freitag, 27. November 2009

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Bretten!

Wer freut sich nicht über Zuspruch, wie ich ihn in den letzten Tagen trotz meines offiziellen Rückzugs erfahren durfte? Ich habe mir, das ist bekannt, die Entscheidung auszusteigen, vor 2 Wochen nicht leicht gemacht, aber man muss sich auch gegen unberechtigte Angriffe als Privatperson schützen. Dass ich gern Ihr Oberbürgermeister geworden wäre, ist völlig unstrittig. Und dass ich mich in diese Stadt ein wenig verliebt habe, brauche ich auch nicht zu verschweigen, sonst hätte ich bis zum ersten Wahlgang nicht diesen Einsatz bringen können.
Sie wissen nun, welche Möglichkeiten Ihnen das Wahlrecht bei einer OB-Wahl eröffnet; darauf hinzuweisen ist legitim. Nun ist es an Ihnen, den kommenden Sonntag durch eine hohe Wahlbeteiligung zu einem guten Tag für Brettens Zukunft zu machen. Ich wünsche der Stadt unabhängig vom Wahlausgang alles nur erdenklich Gute.
Es gibt auch viel, viel zu tun bei Ihnen in den nächsten Jahren – aber was gibt es insgesamt Schöneres, als in dieser stolzen Stadt Oberbürgermeister zu sein!

Ihr Hans-Jürgen Moos

 

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Jedem Ende wohnt ein Anfang inne.
Freitag, den 13. November 2009

Liebe Brettener, liebe Meckesheimer und Mönchzeller Bürgerinnen und Bürger!

Ich habe mich gestern nach aufreibendem Hin- und Her-Überlegen dazu entschlossen, nicht zum 2. Wahlgang bei der Brettener Oberbürgermeister-Wahl anzutreten. Diese Entscheidung ist insbesondere deshalb immens schwer gefallen, da Bretten mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen war und viele Menschen mich zur Weiter-Kandidatur ermutigt und aufgefordert haben. Für dieses Vertrauen möchte ich mich an dieser Stelle nochmals bedanken und um Verständnis bitten dafür, dass ich mich dennoch nicht zum Weitermachen durchringen konnte. Wer mich kennt, weiß: Aufgeben ist meine Sache nicht, sondern normalerweise kämpfen und nochmals kämpfen!

Letztlich komme ich an dem Fakt nicht vorbei, dass offenbar eine ganz breite Mehrheit im ersten Wahlgang zum Ausdruck gebracht hat, dass sie keinen jungen, dynamischen und erfolgreichen, amtierenden Bürgermeister mit nicht ganz stereotypem Lebenslauf an ihrer Brettener Rathaus-Spitze wünscht, obwohl dieses exzellente Personal-Angebot bestand. Dass sich hier ein Meinungswandel zu meinen Gunsten einstellt, erscheint mir innerhalb von 2 Wochen eher unwahrscheinlich. Das Risiko, noch weitere Zeit lang durch den Dreck gezogen zu werden, steht dem entgegen. Das ist es mir nicht wert, denn wie mir meine Gegner mitgespielt haben, hat mich sehr entsetzt und auch verletzt. Wer mich persönlich kennen gelernt hat, weiß hoffentlich, was ich wirklich für ein Mensch bin. Und dass die Gerüchte um meinen Lebenswandel ganz systematisch gestreut wurden, um mich zu verhindern.

Vielleicht mag auch zutreffen, was mir viele sagen – dass heute mit einem SPD-Parteibuch kein Blumentopf zu gewinnen ist. Vielleicht kommen ja auch da mal wieder bessere Zeiten. Aber ich stehe weiterhin dazu, Sozialdemokrat und unabhängige Persönlichkeit ohne jegliche verwandtschaftliche Bindungen und Abhängigkeiten in Bretten zu sein, auch wenn mir das bei dieser Wahl als Makel angehängt haben mag.

Jetzt wende ich mich wieder voll und ganz meiner Gemeinde Meckesheim zu, in der ich bis 2016 zum Bürgermeister gewählt bin. Wer sich hier seit Jahren umsieht, entdeckt an allen Ecken Bau- und Sanierungstätigkeiten. Dass hier sehr viel läuft und bereits Großartiges erreicht ist, erfüllt mich mit Stolz, denn es ist der Lohn für jahrelange Überzeugungs-Arbeit. Bitter ist, dass sogar aus Meckesheim heraus die 3 Querulanten, die heute noch nicht die 17 gefällten Kastanien zugunsten eines völlig neu entstandenen, schmucken Ortskerns verkraftet haben, aktiv in Bretten mit 4 verschiedenen Flugblättern und Mund-Propaganda Wahlkampf gegen mich betrieben haben und die Brettener zumindest hochgradig irritiert haben.

Ich bin felsenfest davon ausgegangen, dass Bretten einen der beiden erfahrenen, kreativen und durchsetzungsfähigen Problemlöser zu ihrem neuen Oberbürgermeister wählen. So kann man sich täuschen. Aber dann soll man den Irrtum auch eingestehen und nicht ignorieren, dass das Schiff am Sinken ist. Genau dies ist der Grund für meine gestrige Entscheidung.

Es war mir ein selbstverständliches Anliegen, dass ich auch während meines Wahlkampfs in Bretten in Meckesheim und Mönchzell meine Rathaus-Pflichten treu und sorgfältig erfüllte, auch wenn dies eine große zeitliche Herausforderung war. Aber hier trage ich Verantwortung, und da lässt sich nach meiner Amtsauffassung nicht einfach mal eine Pause einlegen. Außerdem laufen hier so viele von mir angestoßene Projekte, die ich mit viel Elan nun zum Abschluss bringen werde.

Viele Meckesheimer haben mich in den Wochen des Wahlkampfs angesprochen und ihre Enttäuschung, aber auch ihr Verständnis für meine Kandidatur in einer Großen Kreisstadt und damit ganz anderen beruflichen Perspektiven ausgedrückt. Und sie haben mir zugesagt, dass wenn die Brettener mich nicht wollen, sie mich gerne weiterhin als ihren Schultes akzeptieren und mit offenen Armen empfangen, weil sie wissen, was sie seit über 9 Jahren an mir haben.

Darauf berufe ich mich nun und wünsche Bretten genauso wie unserer Gemeinde Meckesheim mit dem Ortsteil Mönchzell für die Zukunft alles erdenklich Gute!

Mit nachdenklichen Grüßen
Ihr Hans-Jürgen Moos

 


 

Persönliche Erklärung
Meckesheim, 10. November 2009

Wenn man so schlecht abschneidet bei einer Wahl, ist es schwierig Stellung zu nehmen, ohne beleidigt zu wirken oder gar als schlechter Verlierer abgestempelt zu werden. Ich versuche es dennoch jetzt zwei Tage nach dem ersten Wahlgang offen und ehrlich, weil ich das Empfinden habe, dass ich dies meinen Unterstützern und Wählern, aber auch der interessierten Öffentlichkeit schuldig bin.

Zuvorderst: Respekt und Hut ab vor dem Kandidaten Martin Wolff (und seinem eigenen Wahlkampf), der mit so einem satten Vorsprung aus dem Rennen am Sonntag gegangen ist! Ich hingegen fühle mich mit nur 12% Wähler-Zuspruch eigentlich nicht legitimiert, weiter um die Gunst der Wählerschaft zu kämpfen. Wenn man eine Ohrfeige auf die rechte Backe bekommt, stellt sich die Frage, ob man auch die linke noch hinhalten soll oder muss!

Allerdings gab es Begleitmusik, die man nicht schlicht unter den Tisch kehren und zur Tagesordnung übergehen kann, als sei nichts gewesen. Wie sich in den letzten Tagen nach und nach herausgestellt hat, wurde seitens zweier enger Unterstützer der Gegnerseite seit der für mich recht erfolgreich verlaufenen Kandidatenvorstellung im Grüner alle 2 Tage eine andere Sau durchs Dorf getrieben in Form irgend einer neu erfundenen, aber breit gestreuten Frauengeschichte in fast jeder denkbaren, abstoßenden Variante. Dass ich nicht verheiratet bin, wurde offenbar als die Angriffsfläche schlechthin und Einladung zur Schlammschlacht empfunden. Da will man beispielsweise beobachtet haben, dass ich einmal das gleiche Hemd und Jackett wie am Vortag anhabe, und kolportiert es so, als habe ich nicht zu Hause genächtigt!? Ich finde das ziemlich derb.

Da man in so einem Wahlkampf wochenlang auf jegliches Privatleben verzichten muss, stoßen einem derartige Unterstellungen doppelt bitter auf. Das Einfachste wäre daher jetzt aufzugeben und in den Urlaub zu fahren, um die Sache schnell abzuhaken und zu vergessen. Aber darf so eine systematisch betriebene Negativ-Kampagne ziehen und widerstandslos durchgehen? Ich weiß nicht, ob ich kneife, nur weil zu befürchten steht, dass das jetzt noch bunter so weiter geht, wenn ich antrete.

Am Ende zählen Zahlen. Eine neue Situation ist gestern dadurch entstanden, dass mein Bürgermeister-Kollege Ralf Steinbrenner beschlossen hat, nicht mehr zu kandidieren und sich auf seine Wiederwahl im März 2010 in Leingarten zu konzentrieren. Er hatte meine Zusage der Unterstützung im Falle, dass er wieder antritt. Denn ich bin weiterhin davon überzeugt, dass für uns beide gilt, dass wir das optimale Alter und die optimale Qualifikation haben, um als Oberbürgermeister die Stadt Bretten langfristig in eine hoffnungsfrohe Zukunft zu führen.

Seither erhalte ich zahlreiche eMails und Anrufe mit der Ermutigung, oft Aufforderung nicht zurückzuziehen. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich mir mit der Entscheidung bis kommenden Donnerstag Zeit nehmen will und bis dahin die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sorgfältig sortieren muss.

Soll jemand dieses Spitzenamt in dieser wunderschönen und selbstbewussten Stadt Bretten in einem nahezu konkurrenzlosen 2. Wahlgang quasi kampflos geschenkt bekommen, zumal dann eine noch niedrigere Wahlbeteiligung im 2. Wahlgang zu befürchten ist? Ich habe darauf momentan noch keine eindeutige Antwort und warte ab, was Sie mir in den kommenden 2 Tagen noch zurück melden.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Hans-Jürgen Moos